TYPO3 VS. WORDPRESS - Content-Management-Systeme im Vergleich

Lesedauer: 1 Min.

Content-Management-Systeme optimieren Prozesse im Ablauf und schaffen schnelle Workflows. Zugleich bieten sie flexible Anpassungen ganz nach Anforderung ohne, dass die Qualität darunter leidet – für eine eigenständige Inhaltspflege in Websites, Blogs, Online Magazinen, Apps, Intranet und mehr. Doch auf welches System sollte man setzen?

Uns liegt Ihr individueller Bedarf am Herzen. Daher starten wir eine Blogreihe zum Thema Content-Management-Systeme im Vergleich. Wir legen Ihnen die Vorteile der jeweiligen Systeme nahe. Fest im Blick: Nachhaltige Lösungen, Sicherheit, Performance, Kosten-Nutzen-Relation uvm..

Betonwand

Teil 1:
Typo3 vs. Wordpress

The right match
Für jeden Anspruch die passende Lösung

Immer wieder hören wir von unseren Kunden die Frage: Was ist “besser”? TYPO3 oder WordPress?

Für uns als Digitalisierungspartner ist es schwierig, diesbezüglich eine konkrete Aussage zu treffen. Hier spielen immer die individuellen Anforderungen eine große Rolle, um zu beurteilen, welches Content-Management-System das geeignetere ist.

In diesem Beitrag möchten wir einige Punkte im direkten Vergleich gegenüberstellen.

Kosten

Beide Systeme sind Open Source, also primär kostenlos. Allerdings gibt es sowohl bei TYPO3 als auch bei WordPress Erweiterungen, die kostenpflichtig sind. Häufig sind das umfangreichere Extensions, die einen besonders großen Mehrwert bieten oder aufwändig zu erstellen sind. In der Regel bieten Anbieter kostenpflichtiger Extensions auch entsprechend notwendige Updates und Security Fixes an.

Die Kosten bei LightsOn hängen in diesem Fall weniger vom gewählten System ab – mehr jedoch vom Umfang und den Anforderungen der Website.

Hier haben wir eine Pattsituation sowohl für TYPO3, als auch für WordPress.

Community

Sowohl WordPress als auch TYPO3 haben sehr große Communities. Während WordPress weltweit agiert, ist TYPO3 besonders in Europa stark vertreten. Es gibt TYPO3-Stammtische, BaseCamps, sehr aktive Slack-Channels, um direkt mit anderen Entwicklern im Austausch zu bleiben, sowie die Möglichkeit Zertifizierung zu erhalten.

Sicherheit

Die etwas kleinere TYPO3-Community war und ist von Anfang an sehr auf Sicherheit bedacht und bessert Problemstellen in der Regel sehr schnell aus. WordPress ist weiterverbreitet, was die Gefahr an Sicherheitslücken steigen lässt. Allerdings existieren viele kleine individuell entwickelte Plugins, die es für Hacker schwieriger und weniger lukrativ macht, die Seite anzugreifen. Bei WordPress finden sich Sicherheitslücken meist in größeren Plugins wie z. B. Formularen, oder sogar im Core selbst.

Wir bei LightsOn legen sehr viel Wert auf sichere und datenschutzkonforme Websites. Deshalb bieten wir auch ein hauseigenes Monitoring an, welches die Seite ständig überwacht und uns bei wichtigen Updates oder Sicherheitslücken informiert, sodass wir das Problem direkt beheben können. Diesen Service bieten wir sowohl für TYPO3 als auch für WordPress an. Auch die APIs, also die Schnittstellen zu anderen Systemen, können bei beiden Systemen über verschiedenste Sicherheitstechniken abgesichert werden.

Ziehen wir unsere Monitorings als Vergleich heran, hat hier derzeit TYPO3 die Nase vorn. Bei WordPress-Seiten kommen im Schnitt einmal pro Monat Sicherheitslücken auf - TYPO3 hatte seit August 2021 (Stand 08.02.2022) keine Lücken mehr zu verzeichnen. Auch in weiterer Vergangenheit hatten wir bei TYPO3 - im Gegensatz zu WordPress - keine Hacker-Angriffe oder ähnliches zu verzeichnen.

Dieser Punkt geht an TYPO3.

Updates

Sowohl bei TYPO3 als auch bei WordPress sind Updates kein Problem.

Bei WordPress werden Updates über das Backend durchgeführt.

Anders bei TYPO3: Dort basiert die komplette Installation auf Composer, weshalb es ein leichtes ist, Updates zunächst in der lokalen Entwicklungsumgebung durchzuführen oder auch gezielt bestimmte Versionen zu wählen.

Nicht unwesentlich trägt hierzu auch die weitaus strukturiertere Datenbank TYPO3s im Vergleich zu WordPress bei. Mal eben eine Stage-Umgebung einrichten, die Domain ändern, eine Seite oder ein Verzeichnis verschieben - bei TYPO3 ist hierfür ein kleiner Eintrag in einer Konfigurationsdatei nötig. Bei WordPress hingegen müssen schnell mal hunderte bis tausende Einträge direkt in der Datenbank angepasst werden. Selbstverständlich existiert auch hierfür ein Plugin - aber seien wir ehrlich, jede Datenbank-Manipulation birgt unendlich viele Risiken. Gerade wenn die Datenbank recht groß ist, sind solche Aktionen immer mit einem gewissen Fehlerpotenzial verbunden.

LightsOn bietet Ihnen für beide Systeme Update und Security-Verträge an, die diese Arbeiten abdecken.

Auch hier bietet TYPO3 die sicherere Variante an. Punkt für TYPO3.

Extensions und Schnittstellen-Anbindungen

Sobald es um das Thema Extensions geht, sagen viele “Hey, bei WordPress gibt es doch für alles was!” - exakt, und genau das ist das Problem. WordPress bietet eine Flut an Plugins unterschiedlichster Qualitätsstandards. Jede noch so kleine Anpassung benötigt ein eigenes Plugin. Schnell landet eine einfache Seite bei 60 oder mehr Plugins. Jedes Plugin lädt eigene Skripte, eigene Templates und ist somit eine potenzielle Sicherheitslücke. Zudem geht jedes “Skript-Laden” zu Lasten der Performance, wodurch sehr schnell sowohl das Backend als auch das Frontend sehr zäh und langsam werden. Auch die Anpassung fertiger Plugins ist bei WordPress meist nicht so ohne weiteres möglich, geschweige denn die Wartung angepasster Plugins.

TYPO3 hat dies um einiges eleganter gelöst. Hier können Fremd-Extensions ganz einfach überschrieben werden. Die eigentliche Extension wird dabei nicht angefasst, kann also bei etwaigen Sicherheitslücken oder sonstiger notwendiger Updates problemlos aktualisiert werden. Hier leistet unter anderem die schon beschriebene bessere Datenbank-Haltung einen positiven Beitrag.

Generell ist die Zahl der verfügbaren TYPO3-Extensions zwar nicht so groß wie die der WordPress-Plugins, jedoch sind die meisten verfügbaren Extensions von hoher Qualität.

Eigene Erweiterungen sind in beiden Systemen jederzeit möglich, allerdings setzen wir auch hier mit steigender Komplexität der Anforderungen ganz klar auf TYPO3.

Performance

Sowohl WordPress als auch TYPO3 sind in ihrer Basis hinsichtlich Core Web Vitals optimiert. Durch die Vielzahl an externen Plugins bei WordPress leidet jedoch sehr schnell die Performance. Das liegt daran, dass die große Menge an Skripten nachgeladen und Bilder oft nicht optimal eingebunden werden. Entwicklern sind somit bei Anpassungen und Wartungen schnell die Hände gebunden. Besonders bei mehrsprachigen und sehr umfangreichen Seiten, geht es bei WordPress schnell zu Lasten der Performance.

TYPO3 bietet hier bessere Optimierungs-Möglichkeiten.

Der Punkt geht an TYPO3

Backend

In Sachen Backend hatte WordPress früher die Nase vorn. Heute ist es TYPO3. Die vielgelobte intuitive Bedienbarkeit des WordPress Backends hat längst bei TYPO3 Einzug gehalten und ist aus Sicht vieler User dort sogar noch besser umgesetzt.

So punktet TYPO3 mit einer klaren Struktur. Die Sitemap wird als Seitenbaum übersichtlich im Backend dargestellt. Der Seitenbaum entspricht in der Regel auch der Menüstruktur der Seite, was es neuen Redakteuren einfach macht, sich im System schnell zurecht zu finden.

Die Inhalte einer einzelnen Seite werden strukturiert dargestellt und können übersichtlich aktiviert und deaktiviert werden.

Der Text-Editor ist ähnlich aufgebaut wie ein Word-Dokument. Schriftstile, Zeichensätze etc., können vom Redakteur angepasst werden. Allerdings nur in dem Maße, dass auch am Ende alles zum Corporate Design passt.

Die Redakteurs-Berechtigungen sind so granular einstellbar, dass niemand etwas falsch machen kann. Ein Redakteur kann nach Herzenslust Inhalte pflegen, ohne dabei Programmierkenntnisse haben zu müssen oder Designer zu sein. Und genau das ist es, was unsere TYPO3-Kunden so sehr an diesem System schätzen.

Manchmal gibt es Redakteure, die nur für bestimmte Bereiche der Seite zuständig sind. In TYPO3 können User-Gruppen angelegt und Berechtigungen zugewiesen werden.

Auch die Pflege von komplexen Datensätzen ist übersichtlich über Verzeichnisse möglich. Alle Inhalte, die der Redakteur nicht benötigt, werden einfach ausgeblendet.

Der Punkt geht an TYPO3.

Medienverwaltung

Werden bei WordPress Bilder immer noch automatisch in “nach Datum sortierte Verzeichnisse” abgelegt (das kommt noch aus den WordPress-Anfängen als reines Blog-System), so kann die Verzeichnis-Struktur bei TYPO3 individuell festgelegt werden. Ja, inzwischen ist das auch bei WordPress möglich, allerdings längst nicht so performant wie bei TYPO3. Im Gegensatz zur Datums-Struktur, die vielleicht im ersten Moment Sinn macht, bei späterer Bearbeitung der Seiten allerdings schnell unübersichtlich wird, bestimmt der TYPO3-Redakteur selbst eine sinnvolle Struktur. Dateien können auch ersetzt und überschrieben werden, was besonders bei der Inhaltsaktualisierung einer Seite von Vorteil ist.

Punkt für TYPO3.

Mehrsprachigkeit

Bei der Mehrsprachigkeit sind wir an einem Punkt angelangt, an dem ganz klar TYPO3 punktet. Zwar bietet auch WordPress die Möglichkeit, mehrsprachige Seiten zu erstellen und zu pflegen, allerdings stößt das System mit wachsender Anzahl an Sprachen, sowie Größe und Komplexität der Seite schnell an seine Grenzen - wird langsam und unübersichtlich.

TYPO3 bietet hier eine optimale Lösung verschiedenster Übersetzungstechniken.

Der verbundene Modus

Beim verbundenen Modus wird die Seite zunächst in der Ausgangssprache erstellt. Dann können komplette Seiten 1:1 in die andere Sprache übersetzt werden.

Beispiel:

Sie haben eine deutsche Seite mit verschiedenen Extensions und Inhaltselementen. Nun können Sie dieser Seite sagen, dass eine englische Version davon erstellt werden soll. Die komplette Seite inklusive aller Einstellungen wird nun kopiert und in einer zweiten Spalte “Englisch” angelegt. Die Struktur usw. bleibt komplett erhalten, Sie müssen nun nur noch in die einzelnen Inhaltselemente klicken und die deutschen Texte durch die englischen ersetzen.

Ändern Sie in diesem Modus auf der deutschen Seite etwas an der Reihenfolge der Elemente, so wird dies automatisch auf der englischen Seite auch gemacht. Fügen Sie auf der deutschen Seite Elemente hinzu, so wird Ihnen angezeigt, dass es für Englisch neue Elemente gibt, die Sie automatisch kopieren und übersetzen können.

Blenden Sie auf der deutschen Seite Elemente aus, so werden diese auch auf der englischen Seite ausgeblendet. Benötigen Sie ein Element nur auf der Ausgangssprache, so können Sie dieses auf der übersetzten Sprache ausblenden.

Das Ganze ist mit beliebig vielen Sprachen möglich.

Sie sagen, das gibt es für WordPress doch auch? Ja, allerdings wechselt bei WordPress das komplette Backend die Sprache. TYPO3 hingegen stellt die Sprachen in Spalten nebeneinander dar. Es kann jeder Zeit hin und her gewechselt werden und ermöglicht einen sehr guten, vergleichenden Überblick.

Der freie Modus

Der freie Modus funktioniert ähnlich wie der verbundene, außer dass Sie hier, wie der Name schon sagt, komplett frei agieren können. Sie sind mit den Elementen nicht an die Ausgangssprache gebunden, können beliebig andere Elemente einfügen oder weglassen.

Zusammenarbeit mit Übersetzungsbüros

Bei der Pflege der Mehrsprachigkeit haben Sie ebenfalls zwei Möglichkeiten:

Einerseits können Sie die fremdsprachigen Seiten selbst übersetzen und mit Inhalten füllen. Ist die Seite allerdings sehr umfangreich, greifen Sie vielleicht auf ein externes Übersetzungsbüro zurück. Auch hierfür bietet TYPO3 die optimale Lösung. Die zu übersetzenden Seiten können als xml-Datei exportiert werden, welche wiederum von Übersetzungsbüros ausgelesen und bearbeitet werden kann. Das Büro spielt uns die Datei wieder zurück und wir können sie ins System importieren. Dadurch sparen Sie sich einiges an Pflegeaufwand, können die Seiten im Nachgang aber immer noch bearbeiten und anpassen.

Punkt ganz klar für TYPO3.

Suchmaschinenoptimierung

Beide CMS bieten die Möglichkeit, über Yoast SEO individuell pro Seite SEO-relevante Daten zu pflegen. Durch bessere Anpassungsmöglichkeiten bei TYPO3-Extensions ist man dort allerdings noch um einiges flexibler, spezielle Anforderungen umzusetzen.

Auch hier: Punkt für TYPO3

The right match for your technology stack.
Für jeden Anspruch die passende Lösung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass WordPress gut für kleinere, einsprachige Unternehmens-Websites geeignet ist. Mehrsprachigkeit ist im kleinen Rahmen zwar möglich, sollte vorher aber genau abgewogen werden.

TYPO3 ist besonders gut geeignet für Unternehmens-Websites, die nicht nur mit statischen Inhalten punkten möchten, sondern auch dynamische Inhalte verwenden.

  • Die Arbeit mit Datensätzen ist sehr übersichtlich und einfach für die Redakteure möglich. Die Daten können flexibel an unterschiedlichsten Stellen der Website ausgegeben, gefiltert oder miteinander verknüpft werden. Produktdatenbanken, News-Systeme, Job-Portale, Seminarmanager uvm. - dass alles ist trotz komplexer Logiken für den Redakteur und End-User einfach und übersichtlich abbildbar.

  • Mehrsprachigkeit und Login-Bereiche für Frontend-User sind von Haus aus integriert und einfach anpassbar, sodass TYPO3 prädestiniert ist für internationale Websites. Auch Microsites, die das Layout der Hauptseite nutzen, sind einfach umsetzbar.

  • Das Backend besticht durch seine übersichtliche Struktur - egal ob es die Standardseiten oder die Pflege von Datensätzen betrifft. Auch das granulare User-Management und das umfangreiche und übersichtliche Sprachmanagement vereinfacht das Handling deutlich.

Aufgrund unserer Erfahrungen und Expertise geht unsere Empfehlung eher Richtung TYPO3 als Richtung WordPress. Das heißt natürlich nicht, dass wir WordPress keine Chance geben, nach derzeitigem Stand sehen wir jedoch bei WordPress keinen Vorteil, den TYPO3 nicht abdecken könnte. Gerade mit Blick auf eine Weiterentwicklung des Systems und der Seite, lohnt es sich auf TYPO3 zu setzen – Potenzial zur Weiterentwicklung steckt in jeder Website.

Wir filtern das CMS heraus, das zu Ihnen passt.

This way it is:

Fun fact

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, warum TYPO3 eigentlich TYPO3 heißt?

TYPO kommt tatsächlich vom englischen Wort "typo", was so viel wie "Tippfehler" bedeutet. TYPO3-Erfinder Kasper Skårhøj hatte wohl während der Namensfindungs-Phase durch einen Tippfehler in der commandline die Arbeit einer ganzen Woche gelöscht und dann aus dem Kopf nochmal neu geschrieben und dabei gleichzeitig verbessert.

TYPO hat also sowohl was mit Typographie/Layout zu tun, als auch mit der Entstehungsgeschichte.

Die 3 kam wohl genauso per Zufall zustande: Version 3 war die Version, die dann den Erfolg brachte.

Mehr dazu gibt es hier.